Mittwoch, 19. August 2009

Umzug

Weiter geht es auf: www.papiergefluester.com

Sorry an alle, die jetzt Links oder abonnierte Feeds anpassen müssen. Ich verspreche, dass ich nicht mehr so schnell umziehen werde. Und immer noch besser, als bei einem realen Umzug meine Bücher schleppen zu müssen. ;) Wir sehen uns dann drüben, bis später.

Dienstag, 18. August 2009

Zeit für dicke Bücher

Im Urlaub nehme ich mir endlich auch mal wieder die Zeit für dickere Bücher. "Neue Vahr Süd" von Sven Regener hatte ich trotz der Dicke sehr schnell gelesen, das perfekte Buch für Nachmittage auf dem Balkon. Weiter geht es jetzt mit "Der Anwalt des Königs" von C. J. Sansom. Bei dem Buch war der schöne Einband nicht ganz unschuldig, die Bewertungen sind auch recht positiv, ich bin gespannt.

Da dicke Bücher für unterwegs eher unpraktisch sind, hatte ich auf der Zugfahrt am Samstag noch "In meinem Himmel" von Alice Sebold angefangen. So wirklich vom Hocker gerissen hat es mir bisher nicht. Gestern kam dann noch "Ortsgespräch" von Florien Illies dazu, scheint eine ganz nette Zwischendurchlektüre zu sein.

Der SUB schrumpft trotzdem nicht. "Der Anwalt des Königs" hatte ich mir am Samstag gekauft, gestern geriet ich an einen Mängelexemplartisch. Zwei Büchern konnte ich nicht widerstehen, die auch meiner Regel "nur Bücher vom ME-Tisch, die auf der Noch-Lesen-Liste stehen" entsprachen. Was soll ich tun? Da bin ich wehrlos.

Sonntag, 16. August 2009

Bücherwürmer unter sich



Gestern habe ich es endlich auch mal wieder geschafft, an einem Treffen mit anderen Literaturschocklern teilzunehmen. Bei wunderbarem Wetter saßen wir in Nürnberg an der Pegnitz und die Gespräche drehten sich, wen wundert es, meist um Bücher. Um schon gelesene Bücher, Bücher auf deren Erscheinen wir uns freuen, Transportmöglichkeiten für Bücher auf Reisen, anstehende und schon durchgeführte Leserunden mit oder ohne Autorenbegleitung, Lesenächte ... Wir sollten wirklich mal einführen, die besprochenen Bücher zu protokollieren. ;-)
Meine Wunschliste ist an einem Nachmittag wieder um einige Titel gewachsen, woran der anschließende Bücherbummel nicht ganz unschuldig war. Wenn man mit anderen Bücherwürmern in einer Buchhandlung stöbert, kann man eigentlich auch gar nicht ohne Buch nach Hause gehen. Ich konnte zumindest nicht widerstehen und habe mir "Der Anwalt des Königs" von C. J. Sansom gekauft. Im Urlaub habe ich ja auch Zeit, mal wieder einen dicken Historienschmöker zu lesen.

Kurz: es war ein wunderschöner Nachmittag, ich freue mich schon auf das nächste Mal. Sehr schade, dass ich bei dem großen Forentreffen in Frankfurt nicht dabei sein kann.

Donnerstag, 13. August 2009

Michel Birbaek - Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr



Viktor wurde verlassen, seitdem flüchtet er vor den Erinnerungen an die perfekte Beziehung. Was gar nicht so einfach ist, da seine Ex ein Filmstar wurde und ihn ständig von irgendwelchen Titelblättern oder Plakatwänden anlächelt. Mit dem Lächeln, das mal für ihn reserviert war. Um zu vergessen, vergräbt er sich in Arbeit, jettet von einer Promiparty zur nächsten und schläft überall, nur nicht zu Hause. Bis er ans Meer fährt, um endlich wieder zu sich zu kommen. Dort trifft er eine Frau, die vielleicht die Richtige ist. Aber woher soll er wissen, wer die Richtige ist? Irgendwann kommt der Punkt, an dem er sich entscheiden muss.

Ein Mann, der Frauenbücher schreibt. Mit einem männlichen Hauptcharakter. Endlich habe ich meine Sparte der Frauenbücher gefunden, mit „Chick Lit“ kann man mich jagen, „Freche Frauen“-Bücher überstehe ich auch nur selten. Birbaeks Bücher sind nicht wirklich leichte Kost. Sie handeln von Gefühlen, aber selten den schönen. Trennungen und Abschied sind hier Thema. Auch Liebe kommt vor, doch die ist alles andere als rosarot, sondern so komplex und undurchschaubar, wie im Leben auch.

Dies war mein zweites Buch von Birbaek, seine weiteren Bücher werden definitiv folgen. Er hat einen sehr angenehmen Schreibstil. Direkt, humorvoll, leicht sarkastisch, manchmal etwas schnodderig. Auch ungewöhnliche Beziehungen spielen eine Rolle, Freundschaften werden genauso hoch bewertet und analysiert wie Partnerschaften. Daher würde ich das Buch gar nicht mal wirklich zu den Frauenbüchern einordnen.

Auf jeden Fall kommt es in das Fach mit den Lieblingsbüchern. Wer eine Sommerlektüre sucht, die nicht seicht sondern eher locker, flockig ist, könnte mit „Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr“ die richtige Begleitung finden. Das ein oder andere Grinsen ist garantiert.

Mittwoch, 12. August 2009

Reisebericht

Mein SUB freut sich, die Reise hat diesmal nur einen kleinen SUB-Zuwachs verursacht. "Good Omens" von Terry Pratchett wurde mir dermaßen überzeugend ans Herz gelegt, dass es jetzt auch schon hier steht. Abgesehen davon kamen nur zwei verliehene Bücher wieder mit nach Hause.

Die Noch-lesen-Liste ist allerdings um einige Titel gewachsen, dank vieler und langer Gespräche über Bücher jeglicher Art. Danke dafür an meine Gastgeber, es hat unglaublich viel Spaß gemacht, stundenlang mit euch zu quatschen und dabei das wunderbare Essen zu genießen. Außerdem durfte ich die Nächte in ihrer Bibliothek verbringen. Doch, ich habe trotzdem geschlafen. Es war toll, inmitten von Büchern zu nächtigen. Ich grübele schon wieder, ob ich hier nicht doch irgendwie ein Zimmer in ein Bücherzimmer verwandeln kann. Am Inhalt scheitert es nicht. ;-)

Die Zugfahrten boten auch viel Zeit zum Lesen. "Die Hexen von Eastwick" von John Updike habe ich komplett gelesen, obwohl sie mich nicht wirklich überzeugt haben. Das darin gezeichnete Frauenbild geht mir ziemlich gegen den Strich. Ein ausführlichere Besprechung folgt noch. In "Gargoyle" kam ich leider nur 50 Seiten weiter. Eine Schar jugendlicher Hühner im schlimmsten Alter war so laut, dass die Musik für länger anhaltende Taubheit gesorgt hätte, sollte sie die übertönen.

"Der Fall Jane Eyre" von Fforde wurde zu Hause auch schon beendet und hat mich wieder begeistert. Wäre der SUB nicht gerade so groß, hätte ich mir gleich den zweiten Band der Reihe geschnappt und weiter gelesen. Jetzt lese ich doch erstmal "Neue Vahr Süd" von Sven Regener. "Rosenrot" von Arne Dahl darf mich morgen ins Wartezimmer beim Arztbesuch begleiten. Ich arbeite fleißig am SUB-Abbau.

Freitag, 7. August 2009

Eine Zugfahrt, die ist lustig...

... weil man mal wieder stundenlang schmökern kann. Sofern die lieben Mitreisenden es zulassen. Ich hoffe, dass die Reservierung in der Ruhezone hilft. Sonst kommt einfach Musik auf die Ohren und die Welt wird ignoriert.

Wie immer habe ich lange gegrübelt, welche Bücher mich auf die Reise begleiten dürfen. Wichtigstes Kriterium ist "nicht zu dick", weil ich nicht schon wieder Muskelkater vom Lesen haben möchte. (Ja, das kommt ab und an vor. Nicht lachen. ;))

Beinahe wäre "Der Fall Jane Eyre" von Jasper Fforde mitgekommen. Nachdem ich in letzter Zeit wieder so vielen Leuten davon vorgeschwärmt habe, wollte ich es auch unbedingt noch einmal lesen. Allerdings bin ich dabei jetzt schon auf Seite 200, da hätte ich nicht mehr lange an dem Buch. Es wartet also doch zu Hause auf mich.

In die Reisetasche haben es jetzt geschafft: "Gargoyle" von Andrew Davidson, das ich schon vor zu langer Zeit angefangen habe. Das Schriftbild hält mich einfach immer wieder davon ab, es fertig zu lesen. Vielleicht schaffe ich jetzt endlich mal wieder ein Stück davon, das Buch an sich ist toll. Außerdem dürfen "Die Hexen von Eastwick" von John Updike mit reisen. Sollte ich mit den beiden Büchern nicht glücklich werden, kommt "Rosenrot" von Arne Dahl noch mit. Bei dem weiß ich, dass es mir wieder sehr gut gefallen wird, er schreibt Krimis wie ich sie mag.

Mal sehen, was ich nach der eigentlich nur kurzen Reise wirklich gelesen habe.

Donnerstag, 6. August 2009

Volker Klüpfel, Michael Kobr - Milchgeld




Das bisher recht beschauliche Leben mit eher undramatischen Verbrechen hat für Kommissar Kluftinger plötzlich ein Ende, ein Mord ist geschehen. In seinem Heimatort. Da kann einem der Appetit auf Kässpatzen schon mal vergehen. Auf der Suche nach dem Mörder gewinnt er Einblicke in die örtliche Milch- und Käsewirtschaft, in der nicht alle eine so milchweiße Weste haben, wie es auf den ersten Blick scheint.

Nach mehreren Lobeshymnen im Literaturschock-Forum habe ich mich an diesem Krimi versucht. Allerdings traf er nicht ganz meinen Krimigeschmack. Das lag nicht an der Qualität des Buches, daran gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Wer gerne Krimis mit Lokalkolorit liest, vielleicht auch noch das Allgäu und seine Bewohner kennt und mag, der ist hier gut aufgehoben. Der Fall wurde logisch gelöst, Spannung kam auch durchaus auf.

Nur mag ich persönlich Krimis lieber, deren Hauptaugenmerk auf dem Kriminalfall liegt. Gerne lese ich nebenbei auch etwas aus dem Privatleben der Ermittler, verfolge ihre Entwicklung über mehrere Bände hinweg. Aber eben nur in einem gewissen Maß. Hier war das Verhältnis zwischen Fall und Privatleben etwa 50 zu 50, das Wort Kässpatzen tauchte ziemlich sicher genauso oft auf wie das Wort Mörder, vielleicht sogar ein paar Mal mehr. Außerdem fehlte mir das Miträtseln, gegen Ende bekam man den Schuldigen doch recht schnell serviert, konnte selbst gar nicht auf die Lösung kommen. Auch die etwas einseitige Erzählweise, fast nur aus Kluftingers Sicht, fand ich zu wenig abwechslungsreich. Mehr Kapitel aus der Sicht der Verdächtigen hätten mir besser gefallen.

Aber all das ist wie gesagt eine ganz persönliche Meinung, in mein doch recht enges Raster fallen leider nicht all zu viele Krimis. „Milchgeld“ war nett, aber die folgenden Bände werde ich vorerst nicht lesen. Trotzdem kann ich gut nachvollziehen, dass die Bücher vielen Leser gefallen, ich hatte beim Lesen auch des öfteren die Landschaft des Allgäus vor Augen. Wie treffend die Allgäuer beschrieben wurden, kann ich leider nicht beurteilen. Aber Lust mir die Gegend mal anzusehen, kam durchaus auf.